Die  militärische Besatzung des Schutzgebietes bestand aus:

  • III Seebataillon =   
    • o 4 Kompanien  Infanterie

      o 1 Batterie Feldartillerie  mit Zug - Maultieren

      o 1 berittene Kompanie (Kaulianghusaren) auf ausdauernden Ponys

      die Kompaniestärke betrug je 250 Mann / das III  Seebataillon war in den Bismarck-Kasernen untergebracht und für die  Besetzung der Infanteriewerke und die Landverteidigung zuständig. Es  gab insgesamt 5 Infanteriewerke, die von Süden nach Norden durchnummeriert waren. Diese Werke waren bei der Japanischen Invasion mit je 200 Soldaten besetzt.

  • Matrosenartillerie Kiautschou  =
    •  

      o 4 Kompanien

      Die 4 Kompanien zu 250 Mann waren je 2 Komp. in einem  Gebäude der Iltis-Kasernen untergebracht

    I..  Kompanie war für das Fort Hui-tschien-huk auf der gleichnamigen Landzunge der Iltis-Bucht zuständig.

        Diese Batterie diente vornehmlich zur Bekämpfung von Seezielen und war wie folgt bestückt:

         

        3  x 15cm Schnellladegeschütze in  Panzerturmdrehlafetten

         

        2  x 24 cm Langrohrgeschütze

         

        Die  Langrohrgeschütze wurden von Krupp  hergestellt und aus den Taku-Forts (Boxeraufstand) erbeutet.

        Die  Besatzung der Batterie war in bombensicheren Kasematten untergebracht.

    II .Kompanie war für das Fort Yu-ni-san auf der gleichnamigen Halbinsel am Hafen zuständig.

     Diese Batterie sperrte die Hafenzufahrt und war mit

        4 x 21cm  Langrohrgeschützen bestückt.

        Die  Langrohrgeschütze wurden von Krupp  hergestellt und aus den Taku-Forts (Boxeraufstand) erbeutet.

        Die  Besatzung der Batterie war in bombensicheren Kasematten untergebracht.

 

      III. Kompanie bediente die Geschütze auf dem Bismarckberg. Dort waren 

     4 x 28cm Küstenhaubitzen im gewachsenen Felsen eingelassenen um 360 Grad drehbar und mit Panzerkuppeln abgedeckt. Auch  hier waren Kassematten in den Fels betoniert.

 

  

     IV. Kompanie war für

     Die Iltisbergbatterie und für die Tsingtaubatterie (in Stadtnähe) verantwortlich

    Auf dem Iltisberg befanden sich:  

    2x feststehenden 10,5cm Schnellladegeschützen mit  Splitterschild in der oberen Batterie, sowie

    6x freistehende 12cm Festungsgeschütze mit hohen Rädern   auf Holzlafetten in der unteren Batterie. Diese Geschütze wurden schon 1870 bei der Belagerung von Paris verwendet. Den Bronzerohren wurde nur  ein neuer Stahleinsatz eingearbeitet.

    Die Iltisbergbatterie war mit bombensicheren Kasematten  versehen und für die Bekämpfung von Landzielen vorgesehen.

     

    Die Tsingtaubatterie diente zur Sicherung der Einfahrt in die Kiautschou-Bucht  und war wie folgt bestückt:

     2x15cm Schnellladekanonen

     2x15cm Langrohrgeschütze

     Die  Langrohrgeschütze wurden von Krupp hergestellt und aus den Taku-Forts  (Boxeraufstand) erbeutet.

     Hier gab es nur Baracken als  Unterkunft.

     

     

    Das Ostasiatische Kreuzergeschwader:

    Bestand 1911 :

     Großer Kreuzer (Panzerkreuzer ) Scharnhorst (Flaggschiff  unter Admiral Graf Spee)

     Schwesterschiff Gneisenau

    die kleinen Kreuzer: Emden, Leipzig, Nürnberg

    die Kanonenboote: Iltis, Tiger, Jaguar, Luchs

     2 Torpedoboote

     die Flusskanonenboote: Tsingtau, Vaterland

     das Vermessungsschiff Kormoran

     

    bis 1909 war der Große Kreuzer Fürst Bismarck das Flaggschiff. Während der  Boxeraufstände um 1900 gelangten u.a. auch 3 Linienschiffe der  Brandenburgklasse nach China und Tsingtau.

     

     

    Die Besatzungen der  o.a. Marinestreitkräfte wurden jährlich zur Hälfte ausgetauscht, um stets genügend ausgebildete Kräfte vor Ort zu haben. Die dazu notwendigen Transportschiffe wurden bei zivilen Reedereien gechartert.

     

     

     

    Quelle: Von Potsdam  nach Tsingtau / von Karl Krüger / Herausgeber Jürgen Krüger / ISBN  3-8311-1833-7  (bei amazon.de erhältlich)

 

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